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29. September 2020 18:31 Alter: 28 Tage
Kategorie: VdS-Journal

VdS-Journal 4/2020 (Nr. 75)


Der Trifidnebel M 20 erscheint im Nahinfraroten (NIR) ganz anders als im Optischen, zugegeben: weniger beeindruckend. Aber bei dieser Darstellung geht es auch gar nicht um „schöner“ oder „ästhetischer“, sondern allein um die Frage: Wodurch unterscheidet sich der nahe NIR-Bereich eigentlich fotografisch im Vergleich zum sichtbaren Licht? Das Schwerpunktthema bietet zahlreiche Informationen als Antwort. Beide Aufnahmen im Titelbild stammen von der Südhalbkugel, so dass der Vergleich in beiden Wellenlängenbereichen bei geringer Zenitdistanz objektiver ausfällt. Links: M 20, aufgenommen am 30.05.2014 von Endriko Siegismund in Namibia. Teleskop war ein Apochromat 127 mm/1.040 mm. Mit einer gekühlten, modifizierten Canon 60D wurde 12 x 12 Minuten bei ISO 500 belichtet. Das originale Farbbild wurde für den Vergleich in ein Schwarzweißbild umgewandelt.

Liebe Sternfreundinnen, liebe Sternfreunde,

im letzten Editorial hatten wir noch über die verpufften Kometen Atlas und SWAN lamentiert, doch dann kam der Juli und mit ihm „Neowise“ – der hellste Komet für Mitteleuropa seit Hale-Bopp im Frühjahr 1997. Wer von Neowise noch nicht genügend Bilder gesehen hat oder sich die Beobachtungen noch einmal in Erinnerung rufen möchte, dem sei unsere Bilderstrecke ab Seite 112 empfohlen. (Und wem es anschließend nach weiteren Fotos gelüstet das Bildarchiv der Fachgruppe Kometen unter http://fg-kometen.vdsastro.de – nehmen Sie sich Zeit, es sind viele!)

Das Schwerpunktthema in diesem Heft macht einen umfangreichen Ausflug in das ganz dunkle Rotlichtmilieu der Astronomie: die Infrarotfotografie. Hier bieten sich Amateuren mit entsprechenden Filtern und Kameras ganz neue Möglichkeiten, um sonst unsichtbare Bereiche des Universums zu erforschen.

Mitte Oktober wird Mars in Opposition stehen; nicht ganz so nah wie vor zwei Jahren, dafür aber deutlich höher über dem Horizont. Dies wird die beste Marsopposition für die nächsten Jahre sein, daher widmen wir den Beobachtungen des roten Planeten ein eigenes Schwerpunktthema, das in Heft 78 erscheinen wird. Redaktionsschluss ist der 1. Februar 2021, siehe dazu auch die Hinweise auf Seite 4.

Weitere himmlische Highlights im vierten Quartal sind die Meteore der Geminiden, deren Erscheinen in diesem Jahr ziemlich exakt auf den Neumondtermin fällt – besser geht es nicht.

Schließlich werden sich Jupiter und Saturn im Herbst immer näher kommen (dem Kosmos scheinen Abstandsregeln fremd), bis sie am 21. Dezember in nur sechs (!) Bogenminuten Abstand aneinander vorbeiziehen. Damit kann man beide Planeten zusammen im Gesichtsfeld des Okulars sehen!

Für den Astronomietag am 24. Oktober bietet uns der Himmel ein Schauspiel, das wir kurz nach 21:30 Uhr gemeinsam beobachten können: der Mond wird einen Stern mit 7. Größe bedecken. Wann die Bedeckung genau stattfindet, hängt vom Beobachtungsort ab (siehe Abb. unten). Also schauen wir zu dieser Zeit durch unsere Geräte und haben trotz der Entfernung ein gemeinsames Erlebnis.

Viele klare Nächte wünscht Ihnen

Ihr
Sven Melchert


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VdS-Journal 4/2020 (Nr. 75)

Die neueste Ausgabe des VdS Journals für Astronomie. Mitglieder der VdS erhalten das VdS Journal für Astronomie im Rahmen ihrer Mitgliedschaft. Es erscheint mit vier Ausgaben im Jahr.