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15. April 2020 19:31 Alter: 51 Tage
Kategorie: VdS-Journal

VdS-Journal 2/2020 (Nr. 73)


Unser Titelbild zeigt die Remote-Sternwarte „ROAD“ (Remote Observatory Atacama Desert) in San Pedro de Atacama unter dem Sternenhimmel der Atacama-Wüste. Die Sternwarte befindet sich auf einem größeren Gelände mit mehreren Teleskopgebäuden, die vor Ort fachkundig betreut werden. Sternfreund Josch Hambsch betreibt vor allem Veränderlichenbeobachtungen an dieser Sternwarte vom Heimatort in Belgien aus. Die Umwelt- und Wetterbedingungen in San Pedro lassen nahezu täglich astronomische Beobachtungen zu. Weitere, detailliertere Informationen zu Technik und Beobachtungsergebnissen erhalten Sie im Beitrag von Josch Hambsch in diesem Heft.

Liebe Sternfreundinnen, liebe Sternfreunde,

 

1992 hat Bruce Springsteen in seinem Song „57 Channels (And Nothin‘ On)“ vortrefflich über die zahlreichen Fernsehsender ohne sinnvolles Programm gelästert. Viel geändert hat sich seitdem nicht, die Anzahl der Sender wächst, die Inhalte werden, freundlich formuliert, eher dürftiger. Zum Glück haben wir Hobbyastronomen als „58. Kanal“ den Sternenhimmel: Glotze aus, Sterne an! Was aber tun, wenn der Himmel bewölkt ist, das Licht des Nachbarn stört oder die eigene Sehkraft nicht mehr so tut, wie sie soll? Dann ist es Zeit für „Remote-Astronomie“ – ein Fernrohr irgendwo auf der Welt fernsteuern und sich, leider wieder nur auf dem Bildschirm, über die gewonnenen Aufnahmen freuen. Wie das geht, welche Anbieter es gibt und was man bei der Installation einer ferngesteuerten Sternwarte so alles beachten muss, darüber berichten die Beitrage in diesem Schwerpunktthema.

Das astronomische Jahr hat uns noch keine besonderen Höhepunkte beschert, von der Halbschatten-Mondfinsternis am 10. Januar einmal abgesehen. Dafür war Merkur im Februar wunderbar am Abendhimmel zu beobachten, worüber wir im nächsten Heft mit dem Schwerpunktthema „Merkur und Merkurtransit“ berichten werden. Gleich Anfang April wird Venus (am Abendhimmel) durch die Plejaden streifen, am Morgenhimmel ist Mars an Saturn vorbeigezogen. Noch ist der rote Planet klein, doch ab Ende Mai macht es Sinn, ihn zu beobachten. Eine besondere Herausforderung wird die Bedeckung von Venus durch den Mond am 19. Juni sein – sie findet in den Vormittagsstunden am Taghimmel statt. Für eine Überraschung könnte der Komet C/2019 Y4 (Atlas) sorgen: die Fachgruppe Kometen berichtet im VdS-Forum (forum.vdsastro.de), dass dessen Bahnelemente jenen des großen Kometen C/1844 Y1 ähneln. Mit etwas Glück würden wir so Mitte bis Ende Mai einen Fernglaskometen zu sehen bekommen. Die Sache ist spannend, schauen Sie bei Interesse im Forum unter dem Thema „Entdeckung - C/2019 Y4 (ATLAS): 19,5 mag“ nach.

Ebenfalls spannend, aber viel besser zu planen, werden die anstehenden Tagungen und Messen sein. Die Termine der zahlreichen Veranstaltungen finden Sie unter www.vds-astro.de. Am 9. Mai werden wir mit unserem Stand auf dem ATT in Essen vertreten sein und freuen uns, wenn Sie einmal vorbeischauen. Zum Schluss noch ein Tipp: viele Artikel im VdS-Journal geben am Ende Internetadressen zu weiterführenden Informationen an. Damit man sie nicht mühsam abtippen muss, kann man sich die PDF-Datei des Heftes aus unserem Archiv herunterladen (unter www.vdsastro.de im Menü unter „Mitglieder > Anmelden Mitgliederbereich“) und daraus die Adresse schnell kopieren (bei kurzen Adressen klappt das oft auch mit einem Klick).

Herzliche Grüße

Ihr
Sven Melchert


PS: Dieses Editorial wurde am 24. Februar 2020 geschrieben. Damals waren die Konsequenzen der COVID-Pandemie noch nicht abzusehen. Mittlerweile wurden Tagungen, Treffen und Messen aus verständlichen Gründen abgesagt. Außerdem ist der Komet C/2019 Y4 (Atlas) in mehrere Bruchstücke zerfallen, eine einigermaßen helle Erscheinung Mitte bis Ende Mai aber nicht völlig ausgeschlossen. (15. April 2020, Sven Melchert)


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