Alexander-Gerst-Sternwarte gegründet


Aufnahme: Agentur Roland Forster

Auf dem Gelände des Schlosses Stetten, unweit der Stadt Künzelsau, entsteht eine neue Sternwarte. Am 18. Mai 2019 fand der erste Spatenstich statt. Anwesend waren neben zahlreichen Geldgebern auch der Namensgeber und Astronaut Alexander Gerst sowie Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier.

Den Schlüssel zur Eingangstür der Sternwarte hatte der Grundstückseigentümer und Vorstandsvorsitzende des eigens dafür gegründeten Vereins, Christian von Stetten, dem in Künzelsau geborenen Astronauten bereits zur letzten Weltall-Mission mitgegeben. Laut Alexander Gerst hat der Schlüssel dabei beinahe eine Strecke wie von der Erde zur Sonne zurückgelegt. „Das menschliche Bewusstsein ist kein Gefäß, das es aufzufüllen gilt, sondern ein Feuer, das entfacht werden will.“, so zitierte Gerst den Philosophen Plutarch vor dem Spatenstich. „Ich glaube, das Beste ist, wenn man einen Schritt zurückgeht, sich auf das Echte konzentriert und schaut, wie die Welt aussieht und das alles funktioniert.“ Pascale Ehrenfreund, Vorstandsvorsitzende des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), wünschte „immer ein volles Haus und viele interessierte Besucher“.

„Es ist eine großartige Idee, diese Volkssternwarte zu bauen. Wir brauchen Träume, Ideen und Helden. Wir brauchen aber auch konkrete Dinge, die man anfassen kann.“ Sternwarten, so Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier, seien eine langfristige Investition, denn „Mir ist bis heute keine Sternwarte bekannt, die wieder abgerissen wurde.“

Obwohl die Baugenehmigung seitens der Stadt Künzelsau für den Schlossherrn Christian von Stetten bereits vorlag, wartete man ein neues Gesetz ab: Erst seit neuestem müssen Windräder per Transponder-Steuerung ihre Positionslichter automatisch abschalten, wenn keine Flugzeuge in der Nähe sind. Diese neue Regelung trägt erheblich zur Vermeidung von Lichtverschmutzung bei. Der in Sichtweite der Sternwarte entstandene Park mit Windrändern hätte sonst die Beobachtungsmöglichkeiten stark beeinträchtigt.

Die Finanzierung der ausschließlich mit Solarstrom betriebenen Sternwarte übernehmen ein Förderverein und eine Stiftung. Mitglieder im Vorstand sind neben dem Eigentümer des kostenlos zur Verfügung gestellten Grundstücks, Christian Freiherr von Stetten, unter anderem Prof. Dr. Johannes Feitzinger, vormals Leiter der Sternwarte Bochum, sowie Roland Forster, Künstleragent und aktiver Amateurastronom auf den Gebieten Spektroskopie, Astrofotografie und Radioastronomie. So wird es auch einen Seminarraum für Schülergruppen und Vorträge geben. Die Ausstattung an Instrumenten hängt von den Mitteln der privaten und öffentlichen Geldgeber ab. Bereits die Teilnehmerliste des Spatenstichs signalisiert jedoch die vorhandene Spendenbereitschaft: Die Industriellen Reinhold Würth und Albert Berner, der ESA-Direktor Jan Wörner, Minister Peter Altmaier und Landrat Matthias Neth legten persönlich Hand an. Weitere Spaten hielten der Zeppelin-Enkel Graf Brandenstein-Zeppelin und IHK-Präsident Dr. Harald Unkelbach. Der frühere Kunstturner und jetzige Bundestagsabgeordnete Eberhard Gienger sorgte für eine Überraschung: Er überreichte die Baugenehmigung per Gleitschirmsprung mit Punktlandung an die Anwesenden, bevor er selbst zum Spaten griff.

Der Förderverein erhebt keine jährlichen Mitgliedsbeiträge. Lediglich eine einmalige Aufnahmegebühr von 25 Euro für unter 18-Jährige und 50 Euro für Erwachsene wird erhoben. Der Verein erhofft sich weitere Gelder durch freiwillige Zuwendungen.

Förderverein ESA-Astronaut Alexander Gerst Sternwarte e.V.
Roland Forster: forster.roland@me.com
Burgallee 6
74653 Künzelsau