Doppel-Asteroid (90) Antiope bedeckt Stern am 4./5. Januar 2019 über Europa


Der Pfadverlauf über dem deutschsprachigen Raum. Der Schatten wandert von Ost nach West. Die dicken grünen Linien zeigen die Pfadgrenzen, die rot gestrichelten Linien, die 1-Sigma-Fehlergrenzen an. Irgendwo innerhalb dieser Fehlergrenzen findet die Bedeckung mit einer Wahrscheinlichkeit von 68 % statt. Karte: O. Klös, IOTA/ES, Vorhersage: S. Preston, IOTA, 2018 Nov 24

(90) Antiope ist ein Doppel-Asteroid, der aus zwei fast gleich großen Komponenten besteht, die um einen gemeinsamen Schwerpunkt mit einer Periode von 16,5 Stunden kreisen. Beide Komponenten haben jeweils einen Durchmesser von etwas mehr als 80 km. Schon 2007 lieferten Lichtkurven des VLT der ESO Hinweise auf einen großen Einschlagskrater auf einem der Körper. Es ist möglich, dass durch diesen Einschlag die zwei Bruchstücke des Asteroiden entstanden sind.

Bereits mehrmals wurden Sternbedeckungen durch (90) Antiope in der Vergangenheit beobachtet. Besonders erfolgreich war die Messung von zwei getrennten Profilen der Komponenten im Juli 2011 in den U.S.A. Dabei hatten mehrere Beobachter zwischen den beiden Schatten der (90) Antiope ihre Messungen durchgeführt. Obwohl dort keine Bedeckung stattfand, waren diese negativen Sehnen von äußerster Wichtigkeit.

Bei der Bedeckung am 4./5. Januar wird der von Osten kommende Schatten über Österreich den deutschsprachigen Raum erreichen. Die Zentrallinie verläuft nördlich von Graz. In Deutschland streift die Zentrallinie südlich an Ravensburg vorbei und erreicht zwischen Colmar und Mühlhausen Frankreich. Die Pfadgrenzen laufen jeweils 66 km nördlich und südlich parallel zur Zentrallinie.

Beobachtungen außerhalb dieser Grenzen sind sehr wichtig, da der Pfad auch breiter sein kann, ganz abhängig von der Stellung der beiden Komponenten von (90) Antiope zueinander.

Mehr Infortmationen zu dem Ereignis und letzte Updates findet ihr im VdS-Forum unter:

https://forum.vdsastro.de/viewtopic.php?f=63&t=5523

Alle Beobachtung sollten der IOTA/ES (VdS-Fachgruppe Sternbedeckungen) gemeldet werden, auch wenn sie negativ waren, d.h. eine Bedeckung am Beobachtungsort nicht stattfand.

Wir wünschen allen Beobachtern viel Erfolg!

Oliver Klös

IOTA/ES