Sternbedeckung durch Jupitermond Himalia am 20. Mai 2018 - UPDATE


Pfadkarte basierend auf der Berechnung des Teams RIO-TNO vom 18. Mai 2018. Die dunkelgrünen Linien stellen die Pfadgrenzen da, die blau gestrichelten die 1-Sigma-Fehlergrenzen. Das letzte Update zeigt eine Pfadverschiebung von ca. 188 km nach Norden. Die westliche Pfadgrenze verläuft aktuell auf einer Linie von Stettin und Strahlsund. (Karte: Oliver Klös, IOTA/ES, Daten: Felipe Braga-Ribas, RIO-TNO)

UPDATE 19. Mai:

Felipe Braga-Ribas (RIO TNO Group) hat auf der Basis einer erfolgreich beobachteten Sternbedeckung durch Himalia am 12. Mai in den U.S.A. den Pfad neu berechnet. Gegenüber der letzten Vorhersage gibt es nun eine Pfadverschiebung von ca. 188 km in Richtung Norden. Damit verläuft die westliche Pfadgrenze nun auf einer Linie von Stettin und Stralsund. Auch wenn die Chancen für eine positive Messung für Beobachter in Deutschland gesunken sind, so sind doch Beobachtungen aus den Fehlerbereichen sehr wichtig. Eine Pfadverschiebung, auch in Richtung Deutschland, ist immer noch möglich.

In der Nacht vom 20. auf den 21. Mai 2018 findet gegen 22:18 U.T. (00:18 MESZ) eine sehr seltene Sternbedeckung durch einen Jupitermond statt. Diese Bedeckung wird in Europa zu beobachten sein.

Himalia - der irreguläre Begleiter

Der bereits 1904 entdeckte Mond des Jupiter mit dem Namen „Himalia“ hat einen ungefähren Durchmesser von 170 Kilometern und umkreist den Gasplaneten in etwa 11 Millionen Kilometern Entfernung auf einer retrograden Bahn. Im Dezember 2000 flog die Raumsonde Cassini auf ihrem Weg zum Saturn in mehr als 4 Millionen Kilometern an dem Himmelskörper vorbei. Auf den dabei entstandenen Aufnahmen deckt Himalia nur wenige Pixel ab. Die Forscher schlossen aus den gewonnenen Aufnahmen auf eine irreguläre Form des Mondes. Seine geringe Albedo lässt vermuten, dass es sich um einen von Jupiter eingefangenen Asteroiden des Typs C handelt.

Mit der Sternbedeckung am 20. Mai besteht die große Chance, mehr über die unregelmäßige Form des Jupitermondes zu erfahren und seine Größe genauer zu bestimmen.

 

Die Sternbedeckung

Felipe Braga-Ribas (RIO-TNO) Bruno Sicardy (Lucky Star project) haben die Bedeckung mit Daten aus dem neuen DR2 Katalog von Gaia und den neuesten Ephemeridendaten der Himalia berechnet.

Der Stern TYC 6168-00860-1 hat eine Vmag von 10m,7 bei einem Farbindex von 1,1. Jupiter ist zum Bedeckungszeitpunkt fast 24 Bogenminuten vom Zielstern entfernt und seine enorme Helligkeit stellt somit kein Problem für die Beobachtung dar. Eine Bedeckungsdauer von maximal 8,8 Sekunden wird erwartet. Die kombinierten Helligkeit von Mond und Stern (10m,3) wird um mehr als 4m auf 15m - die Helligkeit der Himalia - im Falle einer Bedeckung abnehmen. Für einen Beobachter in Berlin steht der Stern ca. 22 Grad über dem südlichen Horizont.


Der Bedeckungspfad

Der Pfad verläuft in Europa über Rumänien, Moldawien, Ukraine, Ungarn, Slowakei, Polen, Tschechien, Deutschland, Dänemark, Schweden und Norwegen.

Leider streift der Bedeckungspfad nach den letzten Berechnungen nur den Nordosten Deutschlands. Hier findet die Bedeckung gegen 22:18 U.T. statt. In der 1-Sigma-Zone findet irgendwo mit einer Wahrscheinlichkeit von 68 % die Bedeckung statt. Beobachter in dieser Zone sollten besonders auf etwaige Neuberechnungen achten und auf jeden Fall beobachten. Reale Bedeckungspfade haben gegenüber der Vorhersage oft zumindest eine leichte Verschiebung.

 

Die IOTA/ES hat eine spezielle Seite in englischer Sprache zu diesem Ereignis eingerichtet. Hier werden auch die neuesten Vorhersagen präsentiert.

http://www.iota-es.de/himalia2018.html

Bei dieser Beobachtung wird genauso verfahren wie bei jeder anderen Sternbedeckung durch einen Asteroiden auch. Daher sind die Anleitungen für Asteroidenbedeckungen auch hier gültig. Video-Beobachtungen mit hochgenauem Zeitsignal sind besonders erwünscht.

Anleitung Beobachtungsmeldung

Beobachtungsmeldung (deutsch)

Report form (English)

Beobachtungen bitte an Wolfgang Beisker (IOTA/ES) melden

wbeisker (at) iota-es.de

 

Viel Erfolg bei der Beobachtung dieses außergewöhnlichen Ereignisses,

Oliver Klös

IOTA/ES - VdS Fachgruppe Sternbedeckungen