Autorenhinweise

Lieber Autor, liebe Autorin,

Das VdS-Journal für Astronomie ist eine Publikation von Amateur-Astronomen für Amateure. Es entsteht durch Zusammenarbeit von interessierten, aufgeschlossenen Autoren mit den Redakteuren der VdS-Fachgruppen, die sich wiederum mit dem Endredaktionsteam abstimmen.

Sie möchten einen Bericht fürs VdS-Journal schreiben, dafür ganz herzlichen Dank! Gerne publizieren wir auch Ihren Bericht im VdS-Journal.

Auf Ihre Frage nach Anleitungsmaterial erhalten Sie nun die passenden Informationen. Die in den Autorenhinweisen enthaltenen Themen sollen Ihnen Tipps und Hinweise zur Abfassung Ihres Beitrages geben und in Zweifelfällen speziell für astronomische Fachtexte Antworten liefern. Ebenso wird der Ablauf der Produktion dargestellt, sodass Sie wissen, wie mit Ihrem Beitrag nach dem Einsenden verfahren wird.

Wir alle möchten ein gut leserliches, verständliches Journal, das auch außerhalb der VdS auf breite Akzeptanz stößt. Wir wollen trotz unseres Amateur-Status kein amateurhaftes, sondern ein professionelles Erscheinungsbild zeigen. Dies äußert sich nicht nur in inhaltlich stimmigen Artikeln und interessanten Bildern, sondern auch in der korrekten textlichen Aufbereitung.

Kleinere Schreibfehler in Ihrem Manuskript beheben wir selbstverständlich. Beim Formulieren schwieriger oder kritischer Textpassagen bleiben wir mit Ihnen im Kontakt und geben Hinweise zur Verbesserung. Schließlich wollen wir Ihren persönlichen Schreibstil so wenig wie möglich „umstricken“.

Die nachfolgenden Regularien sind deshalb als sinnvolle Anregungen zu verstehen, um die oben genannten Zielsetzungen stets zu erreichen. 

Autorenhinweise 1:
Aufbereitung und Formatierung des Manuskripts

An dieser Stelle einige generelle Hinweise zu eingeschickten Manuskripten. Wir arbeiten nach redaktionellen Vorgaben. Lesen Sie die folgenden Punkte bitte in Ruhe durch und vergleichen Sie, ob Ihr Manuskript den redaktionellen Vorgaben entspricht.

1.  Ihr Manuskript ist ein fortlaufender Text mit maximal 10.000 Zeichen (inkl. Leerzeichen). Der Text kann auch ein wenig länger sein, aber nicht wesentlich länger! Als Datei benötigen wir nur den Textinhalt, keine besonderen Textformatierungen. Ihr gelieferter Inhalt wird für die weitere redaktionelle Arbeit eingelesen und von uns aufbereitet. Daher sind Dateien in den Formaten *.txt, *.doc, *.docx oder *.rtf wünschenswert. Bitte keine pdf-Dateien senden, ansonsten müsste der Redakteur alles mühsam kopieren und davon eine neue Textdatei erstellen - völlig unnötig!

2.  Formatierungen, wie Sie sich Ihren Text vorstellen, sehen später im gedruckten Journal anders aus. Wir haben Vorgaben, die durch das spätere Layout bestimmt sind, so etwa durch Schriftart, Schriftgröße, Bildgrößen, zwischengesetzte Werbetexte, Spaltenvorgaben, Seitenumbrüche, usw. Daher muss der jeweilige Redakteur Ihre Formatierung mühsam wieder herausnehmen. Bitte verzichten Sie also auf solche Formatierungen wie Einzüge, Fett- oder Kursivdruck oder auch Kopf- und Fußzeilen mit Angabe der Seitenzahl. Schreiben Sie einzeilig, alle Zeilen mit gleicher Schriftgröße und -art. Absätze bitte durch eine echte Leerzeile kennzeichnen.

3.  Bilder zu Ihrem Text bitte nicht in eine WORD- oder pdf-Datei einbauen und den Text um das Bild herum schreiben! Bilder bitte immer als separate 8-Bit-Dateien vorlegen. Ideal ist eine eingeschickte CD mit Bildern in den unkomprimierten Formaten *.tif oder *.bmp. Für die Praxis haben sich via E-Mail aber auch Bilder im Format *.jpg als brauchbar erwiesen, wenn sie nicht zu sehr komprimiert sind. Starkes Komprimieren bringt bekanntlich Detailverluste und Artefakte im Detail mit sich. Bitte bringen Sie Ihre Bildvorlage auf 300 dpi Auflösung (Bildpunkte pro Zoll). Beispiel: Mit 300 dpi käme ein 1800 Pixel langes Bild im Druck auf 6 Zoll Länge (= 150 mm). So können Sie selbst nachrechnen und auch vorgeben, wie groß Ihr Bild im Heft wird.

Die Dateinamen der Bilder sollten für den Redakteur übersichtlich sein. Bitte vermeiden Sie Dateinamen wie: 2013-01-08+M42+TEL200-800+5h+18.42-23.42-ST11000.TIF. Machen Sie daraus z.B.: Abb-1-M42-Autorname.TIF, dann ist für uns die Bildreihenfolge klar ersichtlich.

4.  Diagramme immer mit korrekter Achsenbeschriftung anlegen. Im Falle von Screenshots auch darauf achten, dass die dargestellte Schrift genügend groß ist, ansonsten nachbessern. Schauen Sie sich Ihr Diagramm in 115 mm Breite an: Ist die Schrift lesbar? Sind die Linien dick genug?

5.  Tabellen bitte nicht in den Text einsetzen, sondern als separate Dateien erstellen und dafür klare Dateinamen wie Tab-1.doc, Tab-2.doc usw. verwenden. Dabei bitte beachten, dass von Spalte zu Spalte ein einfacher Tabulator zu setzen ist – keinesfalls mit Leerstellen auffüllen, bis alles schön passt! Es stört nicht, wenn die Spalten im Manuskript nicht untereinander stehen. Eine Umrahmung ist hinfällig, sie muss wieder entfernt werden, denn für den späteren Druck im Heft werden Tabellen anders erzeugt. Unter der Tabelle steht der Tabellentext, z.B. „Tab. 1: Liste aller Spiralgalaxien am Nordhimmel.“

Kleiner Tipp: Schalten Sie für Ihre Manuskripterstellung die „nicht druckbaren Zeichen“ sichtbar ein. Dann sehen Sie, wo und welche Leerstellen, Tabulatoren, Zeilenvorschübe, unterschiedliche Zeilenhöhen, unpassende Formatierungen usw. Sie gesetzt haben, evtl. sogar völlig unnütz.

6.  Abbildungen erhalten eine Bildunterschrift. Haben Sie mehrere Abbildungen, so folgt eine Abbildungsliste hinter Ihrem Artikeltext.

7.  Wenn Sie Abbildungen bzw. Tabellen verwenden, dann bitte im Artikeltext bereits darauf hinweisen. Beispiel: Sie haben zehn Galaxien aufgenommen und eines Ihrer Bilder zeigt den Kleinplaneten Juno unmittelbar westlich der Galaxie NGC 3628. Dann könnte Ihr Text z.B. so aussehen: „Am 1. April nahm ich zehn Galaxien auf (Tab. 1). Knapp westlich der Galaxie NGC 3628 stand der Kleinplanet Juno (Abb. 1).“ Im Abbildungstext am Ende des Artikels schreiben Sie: „Abb. 1: Der Kleinplanet Juno befand sich am 01.04.2013 direkt westlich der Spiralgalaxie NGC 4236. Aufnahmedaten: …“

8.  Werden in einem Bericht Literatur- oder Quellenzitate genannt, so werden sie im Text selbst als Zahlen in eckige Klammern gesetzt und dabei fortlaufend nummeriert. Beispiel: „Das Siebengestirn ist seit der Zeit der alten Ägypter bekannt [1].“ Am Ende des Berichts folgt wie für die Abbildungen auch eine Literatur-/Quellenliste. Für dieses Beispiel sähe das dann so aus:

[1] Kai Mustermann (2005): „Der Sternenaberglaube im alten Ägypten“, Antares-Verlag Zürich. Beachte: Zu einer Internetquelle gehört auch die Angabe eines Datums, um den Aktualitätsstand zu kennzeichnen.

[2] http://Sternenwelten.de (Stand: April 2013)

Übrigens: Einen Text in Klammern nicht mit Leerstellen absetzen. Also (Löwe), nicht ( Löwe ).

Ein von Ihnen in der Literaturliste zitierter Fachartikel wurde immer von einem Autor verfasst - es können auch mehrere sein. Man sollte also keine anonyme URL-Angabe als Quelle zitieren, sondern den Autornamen nennen, danach den Titel des Artikels und dann die Zeitschrift. Im Internet bzw. in den Datenbanken sind die Fachartikel ja in der Regel elektronisch aufbereitet und mit einem entsprechenden Kopf versehen, aus dem die Autorennamen und das Thema klar hervorgehen. Bei zitierten Büchern sind ebenfalls erst die Autoren zu nennen, danach der Titel und dann der Verlag. Erscheinungsort und Publikationsjahr gehören auch dazu.

Wie Literaturzitate zu handhaben sind, ist aus der mitgeschickten Anlage ersichtlich. Dort finden Sie ein kurzes Musterbeispiel für einen Journal-Artikel.

9.  In Bezug auf Rechtschreibung und Grammatik haben wir eindeutige Vorgaben. Und die setzen wir in Ihrem Manuskript auch möglichst korrekt um. Dazu finden Sie die Autorenhinweise-2 als weitere Anlage.

Autorenhinweise Teil 2:
Hinweise zu Rechtschreibung und Grammatik

Sie möchten Ihre Erfahrungen in Form eines gut zu lesenden Artikels weitergeben. Mit dem VdS-Journal für Astronomie haben Sie eine gute Wahl getroffen. Um Ihren Artikel gut „in Szene zu setzen“, sollte der informative Inhalt mit präzisen fachlichen Begriffen auch grammatisch in Ordnung sein mit korrekter Rechtschreibung. Dieser Grundsatz gilt für jede gute Zeitschrift.

Grammatische Fehler und Flüchtigkeitsfehler werden redaktionell auf jeden Fall korrigiert. Davon abgesehen werden grammatische Regeln aber immer wieder missachtet. Die „Neue Deutsche Rechtschreibung“ (die mittlerweile schon recht alt ist) wurde inzwischen mehrfach geändert und teilweise auch wieder rückgängig gemacht. Hier ergeben sich viele Stolpersteine, und das ist für uns gut nachvollziehbar. Mit den folgenden Hinweisen sollen Sie als Autor jetzt nicht „belehrt“ werden, sondern eine Hilfestellung bekommen, so dass Ihr Artikel besser wird.

1. Die Getrennt- und Zusammenschreibung

Sehr verbreitet ist der Fehler, dass man Substantive, die im Englischen/Amerikanischen getrennt geschrieben werden, auch im Deutschen getrennt übernimmt. Beispiele:

englisch

deutsch, fehlerhaft

deutsch, korrekt

evening sky

Abend Himmel

Abendhimmel

Newton telescope

Newton Teleskop

Newtonteleskop oder Newton-Teleskop

Orion nebula

Orion Nebel

Orionnebel oder Orion-Nebel

 

1a. Der Bindestrich

Werden Abkürzungen für ein neues Gesamtwort verwendet, wird ein Bindestrich gesetzt. Also nicht: die CCD Kamera, sondern die CCD-Kamera. Der Bindestrich schafft ein neues Wort! Es handelt sich ja um ein Objekt. Ebenso falsch: das VdS Mitglied. Richtig: das VdS-Mitglied (es ist ja eine Person). Nicht: ein 5° Winkel, sondern ein 5°-Winkel. Nicht: 2x2 Binning, sondern 2x2-Binning. Nicht: der Hα Filter, sondern der Hα-Filter. Außerdem: nicht Ha, sondern Hα oder H-alpha. Gleiche Überlegungen gelten, wenn drei Begriffe zu einem vereint werden: ein 20-cm-Newton, ein 5-kg-Tubus. Schließlich ist die 2-kg-Kartoffel etwas Anderes als 2 kg Kartoffeln.

Die Umgangssprache hat regelrechte Ungeheuer bei der Bildung zusammengesetzter Substantive geschaffen. Dabei ist der Einfluss der englisch-amerikanischen Schreibweise im Internet sofort erkennbar und wird kritiklos ins Deutsche übernommen. Niemand käme bei uns auf die Idee, ein Auto so zu beschreiben: „Ein Opel 250 PS Aluminium Karosserie Sport Cabrio“. Stattdessen: „ein Sport-Cabrio von Opel mit 250 PS und Aluminiumkarosserie“. Bei Astro-Zubehör jedoch wird das alles gern vergessen und man schreibt: „ein Astrodon 2" H Alpha Interferenz Filter“. Besser wäre die Schreibweise: „ein zweizölliger Hα-Interferenzfilter von Astrodon“.

1b. Bindestrich und Gedankenstrich

Ein Bindestrich (kurz) verbindet Wörter: Das Newton-Teleskop. Nicht: Das Newton – Teleskop. Das ist ein Gedankenstrich. Er trennt Satzstücke oder Einschübe, z.B.: NGC 5055 – eine helle Spiralgalaxie – erschien mir 15 Bogenminuten ausgedehnt (Gedankenstrich: Sonderzeichen).

1c. Der Schrägstrich

Der Schrägstrich dient zur Abtrennung, etwa Landau/Pfalz. Nicht: Landau / Pfalz. Ferner kann der Schrägstrich auch einen Bruchstrich darstellen, so wie bei Maßeinheiten. Er wird dann „pro“ ausgesprochen. Beispiele: 120 km/h (Kilometer pro Stunde, nicht „ka emm ha“, wie es leider nicht mehr rückgängig zu machen ist) oder als Angabe der fotografischen Winkelauflösung: 0,8"/px (0,8 Bogensekunden pro Pixel).

2. Die Groß- und Kleinschreibung

Zur Groß- und Kleinschreibung kann jetzt keine Auflistung allgemeingültiger grammatischer Regeln erfolgen. Aber einige typische Fehlerquellen sollen genannt werden. So wird häufig vergessen, substantivierte Verben groß zu schreiben. Beispiele: „Beim beobachten des Saturns entdeckte er Titan“ (substantiviert: das Beobachten). Oder: „Bei genauem hinsehen zeigte sich ab und zu ein aussetzen des Motors.“ Richtig: „Bei genauem Hinsehen zeigte sich ab und zu ein Aussetzen des Motors“. Ähnlich verhält es sich mit substantivierten Adjektiven. Falsch: Ich beobachte etwas neues. Richtig: Ich beobachte etwas Neues.

Substantivierungen sind inzwischen auch eingeführt bei „im Wesentlichen“, „im Allgemeinen“, „im Folgenden“ usw. (früher: im wesentlichen, im allgemeinen, im folgenden).

3. Stirbt der 2. Fall?

Auffällig ist, dass in den letzten Jahren der 2. Fall der Substantive (Genitiv) wie eine Krankheit vermieden wird. Da heißt es „die Umrisse vom Californianebel“, „die Sterne vom Kugelhaufen M 13“. In der Umgangssprache stirbt der Genitiv ganz allmählich. In der Schriftsprache sollten wir aber konsequent die vier Fälle der deutschen Grammatik beibehalten. Also: „die Umrisse des Californianebels“ und „die Sterne des Kugelhaufens M 13“.

Besitzverhältnisse werden durch den Genitiv ausgedrückt: Peters CCD-Kamera. Die englische Schreibweise (Peter´s, John´s usw.) gibt es bei uns nicht. Substantive mit s oder z am Ende bekommen ein Apostroph angehängt, weil wir nicht schreiben „Jens Kamera“, auch nicht „Jens seine Kamera“ (das wäre noch fürchterlicher). Richtig ist: „Jens´ Kamera“, „Fritz´ Teleskop“.

4. Gebrauch von „ß“ und „ss“

Während die Schweizer das „ß“ generell abgeschafft haben und nur noch durch „ss“ ausdrücken, bleiben wir im Deutschen bei einer differenzierten Schreibweise. Es kann nicht egal sein, ob ich die Maße des Teleskopspiegels wissen will (nämlich die Abmessungen) oder die Masse (in kg). In Verbindung mit lang gesprochenen Vokalen und Umlauten folgt immer ein „ß“, nie ein „ss“. Daher: Straße, das a lang gesprochen. „Strasse“ müsste kurz gesprochen werden wie Tasse oder Kasse. Auch heißt es: Grüße, nicht kurz gesprochen „Grüsse“ wie Nüsse oder Küsse. Nach kurz gesprochenen Vokalen oder Umlauten wird das „ß“ durch „ss“ ersetzt („naß“ wird zu „nass“, „daß“ zu „dass“, „muß“ zu „muss“).

5. Fremdwörter

Auch beim Gebrauch der Fremdwörter stolpert man schnell. Es gibt zahllose Fremdwörter, die aber jetzt nicht alle besprochen werden können. Einige wenige Fremdwörter tauchen aber immer wieder falsch geschrieben auf, z.B. Reflektionsnebel (richtig: Reflex, Reflexion). Also ist es ein Reflexionsnebel (aber: Reflektor, reflektieren). Bei Sternnamen gibt es ein weiteres Problem mit den lateinischen Sternbildernamen. Beispiel 1, männlicher Sternbildname: Der Stern Gamma im Schwan (Cygnus) heißt nicht Gamma Cygnus, sondern Gamma Cygni. Merke: 1. Fall: Cygnus, der Schwan, 2. Fall: Cygni, „des Schwans“. Mit dem 2. Fall wird also ausgesagt: Gamma Cygni = Stern Gamma des Schwans. Beispiel 2, weiblicher Sternbildname: Der Stern Eta im Sternbild Carina heißt nicht Eta Carina, sondern Eta Carinae. 1. Fall: Carina, 2. Fall: Carinae. Eine Liste sämtlicher Sternbilder und ihrer lateinischen Namen ist auf der Homepage der VdS-Fachgruppe Astrofotografie zu finden.

6. Eigennamen und Produktnamen

Häufig werden Produkte mit festen Bezeichnungen gern nach Gutdünken geschrieben. Dazu zählen Kameras, Teleskope, Montierungen usw. So wird eine CCD-Kamera von SBIG auf Webseiten beispielsweise st10, ST10 oder ST 10 geschrieben. Bitte nicht sagen: „Ist doch egal.“ Die Kamera heißt auf der Webseite des Herstellers ganz eindeutig ST-10. Ebenso heißt es aufzupassen bei Software-Namen. Oft wird MaxIm fälschlicherweise als Maxim geschrieben, AviStack als Avistack oder PixInsight als Pixinsight.

7. Alltagsdeutsch

Es gibt viele Begriffe, die im Alltag zwar leider gesprochen werden, für geschriebenen Text aber stilistisch fragwürdig sind, z.B. reingehen, rausnehmen, rüberschwenken, runterladen, raufgehen. Unterscheiden sollte man dann auch, ob statt „rein“ besser „hinein“ oder „herein“ zu schreiben ist. Ganz simpel: er kommt herein (Sicht von innen), aber: er geht hinein (Sicht von außen). Apropos „raus“: Da es dieses umgangssprachliche Wort nicht gibt, kann es auch nicht das Wort „vorraus“ geben. Also werden „vor“ und „aus“ zu „voraus“ verbunden, niemals aber „vorraus“ oder „vorraussichtlich“.

8. Größen und Einheiten

Bei der Angabe von Messwerten werden Maßzahl und Einheit durch eine Leerstelle getrennt. Also nicht 12kg, sondern 12 kg. Nicht 80mm, sondern 80 mm. Nicht 8h, sondern 8 h. Dringend zu empfehlen ist, dass man sich bei der Texterstellung (z.B. über WORD) die nicht druckbaren Zeichen mit anzeigen lässt (also auch die Leerstellen). Bilduntertexte wie „Belichtung 2x5min“ bitte ändern in „Belichtung 2 x 5 min“.

Eine weitere Anmerkung: Für Europa gelten die SI-Einheiten (System International). Darin ist festgelegt, dass die Sekunde schon lange nicht mehr als „sec“ abgekürzt wird. Vor der Reform der Größen und Einheiten war auch bei uns „sec“ gültig. Aber das ist seit 1978 vorbei, seitdem ist „s“ die Sekundeneinheit. Die Amerikaner haben sich dem europäischen System (natürlich) nicht angeschlossen. Dort gilt nach wie vor „sec“, sie haben für das Jahr auch nicht das „a“ (von lat. annum), sondern das „y“ (year). In der amerikanischen Literatur liest man deshalb 12 Gy (= 12 Milliarden Jahre).

Für technische Längenangaben wird oft das Mikrometer gebraucht. Die Schreibweise ist aber weder ein Mü, noch ein Mi, geschweige denn ein ym oder ein my, sondern μm. Bitte verwenden Sie in Ihrem Text die griechischen Sonderzeichen. Das gilt auch für das „alpha“. Bitte nicht Ha schreiben, sondern Hα.

Weitere abkürzende Zeichen:

Lichtjahr: Lj (nicht Lj.)
Minute: min (nicht min.)
Grad Celsius: °C
Kelvin: K

 Nun eine Anmerkung zur Schreibweise für äquatoriale Koordinaten. Hinweis: Die Zeiteinheiten lauten Stunde, Minute und Sekunde, die mit h, min und s abgekürzt werden. Auch hier fußen wir Europäer auf dem Lateinischen. Das „h“ kommt nicht von „hour“ (engl. Stunde), sondern von „hora“ (lat. Stunde). Eine korrekte Koordinatenangabe für ein Objekt wäre:

 Rektasz. = 12 h 27 min 13 s (für die Rektaszension) und Dekl. = +35° 16' 25´´ (Deklination).

 Erlaubt ist für die Rektaszension auch die hochgestellte Schreibweise: Rektasz. = 12h 27m 13s

In diesem Fall darf für „min“ auch „m“ notiert werden, aber hochgesetzt. Das wird aber leider vielfach unterlassen, etwa auf Webseiten. Da steht gnadenlos: 27 m belichtet, also 27 Meter belichtet. Merke: 27 m sind niemals 27 Minuten, sondern immer 27 Meter.

Helligkeiten werden in „Magnituden“ (mag) angegeben. Dabei unterscheidet man scheinbare und absolute Helligkeiten, und das jeweils für die Farbbereiche. Es gibt also scheinbare visuelle Helligkeiten, scheinbare Rothelligkeiten, scheinbare Blauhelligkeiten usw. Entsprechend gibt es auch absolute visuelle Helligkeiten, absolute Rothelligkeiten, absolute Blauhelligkeiten.

Beispiel für Schreibweisen:

Der Satz „Die scheinbare visuelle Helligkeit beträgt 13 mag“ wird auch kürzer als Gleichung geschrieben: mV = 13 mag oder kurz V = 13 mag. Ebenso: mB = 12,3 mag oder B = 12,3 mag.

9. Fachbegriffe

Unter „Binning“ versteht man das Zusammenbinden von zwei oder mehr Pixeln in Zeile und Spalte. Es entstehen dadurch größere Pixel. Wenn ich keine Pixel zusammenfasse, ist der Begriff „Binning“ sinnlos. Ebenso wie es keine Gruppe aus einer Person gibt, ist auch das oft gelesene 1x1-Binning sinnlos (es wird ja nichts gebinnt, dann also besser schreiben: „ohne Binning“).

Ein immer wiederkehrendes Problem ist die Angabe für die Lichtstärke einer Optik. Da dies im Zeitalter der Internet-Kommunikation verwischt, schleichen sich in der Schreibweise Fehler ein. Wir benutzen in den deutschsprachigen Ländern das „Öffnungsverhältnis“. Darunter versteht man das Verhältnis von Öffnung D zu Brennweite f, also D:f oder D/f. Ein Teleskop von 200 mm Öffnung und 1000 mm Brennweite hätte demnach das Öffnungsverhältnis 200 mm : 1000 mm = 1 : 5. Das Öffnungsverhältnis besitzt also keine Maßeinheit, sondern ist ein reines Zahlenverhältnis 1:5. Der Kehrwert des Öffnungsverhältnisses ist die Blende. Das Teleskop mit 1:5 hat also die Blende 5:1, das ist 5. Aus Amerika stammt die Schreibweise f/5 (gesprochen „eff zu fünf“, nicht „eff fünf“). Und ganz falsch sind dann Angaben ohne Bruchstrich wie f5 oder F5. Das liest man sogar schon auf Optiken! Was ist f/5? Die Amerikaner selbst reden vom „focal ratio“. Und das heißt „Fokalverhältnis“, nicht Öffnungsverhältnis. Da f/5 aber eine Maßeinheit besitzt (weil f ja beispielsweise in Millimetern gemessen wird), ist f/5 kein „ratio“, kein Verhältnis. In der professionellen Literatur ist von „aperture“ die Rede – und das ist absolut korrekt. Demnach ist f/5 in Wirklichkeit die Öffnung (Apertur). Bitte rechnen Sie selbst: f/5 = 1000 mm : 5 = 200 mm, und das ist wirklich die Öffnung.

Korrekt ist die Schreibweise: Das Teleskop hat ein Öffnungsverhältnis von 1:5 (gesprochen: „eins zu fünf“), oder: Das Teleskop hat eine Apertur von f/5 („eff zu fünf“).

(wird nach Bedarf fortgesetzt)

27. Juni 2016

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