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11. Oktober 2016 17:05 Alter: 285 Tage
Kategorie: VdS-Journal

VdS-Journal 4/2016 (Nr. 59)


„9. Mai 2016: Ab 13:10 MESZ stieg die Spannung ins Unermessliche: Wo am östlichen Sonnenrand würde Merkur genau erscheinen und wie deutlich würde er sich im Lichte der Hα-Linie vor den Sonnenrandspikulen abheben? Sowohl visuell als am Monitor einer Videokamera war dann der Transitbeginn überraschend problemlos zu beobachten. Dass dabei eine kleine Protuberanz zufällig in der Nähe stand, war das i-Pünktchen auf dem ganzen Event!“ Mit einer USB3-Kamera war diese Aufnahmeserie in wenigen Sekunden gewonnen, so dass es keine Unschärfen durch Merkurs Eigenbewegung gab. Die Aufnahmedaten: 178-mm-Christen- Refraktor mit SolarSpectrum Hα-Filter mit HWB 0,5 Å, DERF, eff. Brennweite 3,5 m, ZWO ASI174MM-Kamera. 2.000 Videoframes, in AVISTACK2 zusammengerechnet, wurden in Photoshop künstlich eingefärbt. Die Redaktion gratuliert unserem Bildautor Bernd Flach-Wilken zu diesem gelungenen „Schnappschuss“ einer ungewöhnlichen und unwiederholbaren Beobachtungssituation.

Editorial

Liebe Mitglieder, liebe Sternfreunde,

den kleinen Planeten wird oft nur wenig Aufmerksamkeit gewidmet (wann haben Sie zum Beispiel zum letzten Mal Ceres oder Vesta visuell beobachtet?), doch in der Fachgruppe Kleine Planeten der VdS ist die Positionsbestimmung von Asteroiden das zentrale Thema. Mit entsprechender Ausrüstung und Einarbeitung können auch Amateurastronomen zur Verbesserung der Kleinplanetenbahnen beitragen oder sogar bisher unbekannte Kleinplaneten neu entdecken. Das umfangreiche Schwerpunktthema zu Kleinplaneten in diesem Heft bietet viele interessante Einblicke und Anleitungen rund um die Kleinkörper des Sonnensystems. 

Welche Themen die Besucher der Bochumer Herbsttagung am 12. November erwarten, ist noch nicht bekannt, interessante Vorträge und manches „First light“ sind hier aber immer garantiert, wie der Bericht zur Tagung im vergangenen Jahr auf Seite 120 deutlich zeigt. Weitere Veranstaltungstermine finden Sie auf Seite 143. 

Was bietet uns der Himmel im letzten Quartal des Jahres? Versuchen Sie doch einmal, das Minimum des Bedeckungsveränderlichen Algol zu bestimmen. Die Prognosen dazu finden Sie ab Seite 130 oder bei der Arbeitsgemeinschaft für veränderliche Sterne unter www.bav-astro.eu. Aufgrund international um bis zu zwei Stunden voneinander abweichender Vorhersagen lohnt ein Blick auf diesen alten Bekannten! 

Nicht verpassen dürfen Sie natürlich die Bedeckung von Aldebaran durch den Mond am Morgen des 13. Dezember. Von Niedersachsen aus wird man sogar eine streifende Bedeckung beobachten können. Allerdings steht der Mond tief, eine gute Horizontsicht ist erforderlich; mehr dazu auf Seite 108. Oder Sie versuchen sich doch einmal an der Beobachtung eines Kleinplaneten: Ende Oktober wird (1) Ceres in Opposition stehen; mit 7,4 mag Helligkeit im Gebiet Fische/Walfisch ein leichtes Objekt im Fernglas. Bei dieser Gelegenheit lohnt auch ein Blick auf Uranus in den Fischen, der Mitte Oktober ebenfalls in Opposition steht und mit 5,7 mag theoretisch mit bloßem Auge zu sehen sein wird. 

Viele Sternstunden und einen besinnlichen Jahreswechsel mit dem Abendstern Venus wünscht Ihnen

Sven Melchert

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