VdS Fachgruppe Populäre Grenzgebiete

Die Astronomie regt wie kaum ein anderes Gebiet Menschen zu Spekulationen an. Beispiele dafür finden wir etwa im modernen Science Fiction, bei Vorstellungen über außerirdisches Leben, UFOs, in der Astrologie oder bei behaupteten außergewöhnlichen Einflüssen des Mondes. Sich ein Bild vom Kosmos insgesamt zu machen, die Stellung des Menschen darin zu bestimmen, hat zudem einen stark weltanschaulichen Aspekt. Immer wieder bilden sich deshalb auch alternative Kosmologien über Funktion und Entstehung des Universums aus, die mit etablierten Konzepten in Konkurrenz treten wollen.

Solche Themen genießen in populären Büchern, Unterhaltungssendungen oder Diskussionen regelmäßig eine ungewöhnlich große öffentliche Aufmerksamkeit. Sie unterliegen aber gleichzeitig auch mehr oder minder starken Kontroversen, werden als Phantasterei oder Irrlehren eingestuft. Ihr wissenschaftlicher Status ist jedenfalls umstritten, kurz: es handelt sich um Parawissenschaften.

Auch die Mitglieder der VdS werden bei ihrer astronomischen Volksbildungsarbeit - sei es auf Sternwarten oder im persönlichen Umfeld - immer wieder auf solche populären Grenzgebiete der Astronomie angesprochen. Deshalb ist auch die kritische Auseinandersetzung mit solchen Themen sinnvoll und angesagt. Dazu gibt es eine entsprechende Fachgruppe innerhalb der VdS.

Kritisch heißt, dass Spekulationen, Mutmaßungen, aber auch subjektive Evidenzerlebnisse nach den in der Wissenschaft üblichen "Spielregeln" auf ihren empirischen Gehalt zu prüfen sind. Es heißt aber auch, sogar unplausibel erscheinende Thesen nicht von vornherein abzulehnen, sondern ihnen zumindest eine Chance der Bewährung zu geben. Es bedeutet, sich um einen rationalen Diskurs zu bemühen, der alle ernsthaft Interessierten im Sinne eines konstruktiven Dialogs weiter bringt. Dabei wird man oft genug nicht nur bei der puren Frage nach dem Wahrheitsgehalt bestimmter Thesen stehen bleiben können, sondern muss sich um ein Verständnis bemühen, warum Menschen solches glauben. In der Praxis läuft dies auf ein sehr differenziertes Urteil zu den verschiedenen "Grenzgebieten" hinaus, Pauschalurteile verbieten sich. Eine solche vorsichtig abwägende und kritisch prüfende Haltung zu vermitteln, verbunden mit dem Methodenwissen, worauf es aus wissenschaftlicher Sicht ankommt, sowie Informationen zum jeweils aktuellen Forschungs- und Faktenstand zu geben, ist Ziel der entsprechenden Öffentlichkeitsarbeit.

In dieser Grundorientierung hat die Fachgruppe "Populäre Grenzgebiete" breite Materialsammlungen zu den verschiedenen "Grenzgebieten" angelegt. Sie veranstaltet regelmäßig Fortbildungsseminare und steht für VdS-Mitglieder, Dritte, sowie auch für die Medien als Ansprechpartner zur Verfügung. Ihre Ansprechpartner finden Sie oben rechts.