Virtuelle Maschinen

Vor wenigen Jahren haben sowohl unter Windows als auch unter Linux leistungsfähige Virtuelle Maschinen Einzug gehalten. Mit Virtuellen Maschinen ist es möglich, einen kompletten PC in Software zu emulieren.

Bei einer Virtuellen Maschine läuft auf dem heimischen PC (dem Host) eine Software, die eine simulierte Umgebung bereitstellt. Diese Umgebung stellt einen virtuellen Komplett-PC dar, auf dem wiederum eines der gängigen Betriebssysteme, das Gastsystem, installiert werden kann (die virtuelle Maschine liefert kein Betriebssystem mit). Eines der großen Vorzüge ist: es können mehrere Gastsysteme installiert werden. Jedes Gastsystem wird durch eine, wenn auch reichlich große, Datei auf dem Host repräsentiert, die dort natürlich frei kopiert oder auch gelöscht werden kann.

Änderungen am System (z.B. Installationen) können jederzeit rückgängig gemacht werden, indem eine zuvor gesicherte Gastsystemdatei zurückkopiert wird. Man kann stets ein jungfräuliches Betriebssystem als Datei verwahren und jederzeit wieder einspielen, ohne das Gastbetriebssystem neu installieren zu müssen.

Vom Gastbetriebssystem aus kann auf die Resourcen des Host-PC (Grafikkarte, Laufwerke, Schnittstellen) nach vorheriger Aktivierung zugegriffen werden.

Ein Gastsystem kommt mit einem komplett eigenen Dateisystem daher, d.h. die Dateien des Hosts sind für gewöhnlich beim Gast nicht sichtbar. Die meisten virtuellen Maschinen bieten jedoch an, ein Host-Verzeichnis in das Gastsystem einzublenden, um einen Dateienaustausch zwischen Host und Gast zu ermöglichen.

Diese Mechanismen stellen sicher, daß das Hostbetriebssystem in keinster Weise verändert wird. Man braucht auch nicht zu befürchten, daß beim Installieren des Gastsystems das Hostsystem zerstört wird, da die Trennung beider Systeme klar ist.

Virtuelle Maschinen bieten einige Merkmale:

- es ist möglich, andere Betriebssysteme zu testen, ohne sie beispielsweise auf einer anderen Partition parallel installieren zu müssen.
- Man kann die Lauffähigkeit eigener Software auf anderen Betriebssystemversionen testen (z.B. ob eine unter XP entwickelte Software auch unter Vista, 7 oder 2000 läuft). Das macht virtuelle Maschinen für einige von uns interessant.
- Man kann die Lauffähigkeit eigener Programme auf jungfräulichen Systemen testen.

Neben Cygwin sind Virtuelle Maschinen eine weitere Möglichkeit, Linux auf dem heimischen Windowsrechner zum Laufen zu bringen.

Es gibt einige Derivate virtueller Maschinen. Von Virtual Box (diejenige Software, die ich selbst zum Ausprobieren nahm) gibt es eine Variante, die für Privatanwender kostenfrei ist.