ESO-MIDAS

 

Das European Southern Observatory begann vor rund 30 Jahren, das Programmpaket ESO-MIDAS zu entwickeln. ESO-MIDAS bietet Funktionen zur Bildbearbeitung und Datenverarbeitung im weitesten Sinne. Anfangs war ESO-MIDAS für das wissenschaftliche Arbeiten im eigenen Haus vorgesehen, aber schon seit längerer Zeit kann es von jedem Interessierten heruntergeladen und genutzt werden (Lizenzmodell GNU GPL).

ESO-MIDAS ist für unixoide Betriebssysteme verfügbar, so auch für diverse Linux-Derivate; unter Windows müsste für die Nutzung des Tools eine Cygwin-Umgebung oder eine Virtuelle Maschine herangezogen werden.

Das Programmpaket ist kommandozeilenbasiert d.h. die Anweisungen werden über die Tastatur editiert. Eine Anweisung kann z.B. das Starten eines Programmmoduls (Application) sein. Aus der Kommandozeile heraus kann eine Makrosprache namens MIDAS Command Language (MCL) bedient werden, sodass komplexere Operationen aus einfachen Anweisungen heraus erstellt werden können.

Der Leistungsumfang der Software (Applications) lässt sich wie folgt zusammenfassen:

  • Bildanzeige, inkl. Abfrage von Cursorwerten, Blinkkomparatorfunktion, Lookup-Tabellen bearbeiten, etc.
  • Grafik erzeugen aus Daten, inkl. interaktive Datenreduktion
  • Bildbearbeitung: Filtern, Fast Fourier Transformation, Resampling, Interpolation, etc.
  • Tabellenbearbeitung: Tabellen sortieren, in Tabellen suchen, Regression
  • Datenmodellierung: anfitten von nichtlinearen Funktionen

Es könne auch eigene Applications entwickelt und in ESO-MIDAS integriert werden. Hierzu existiert eine Schnittstellenbeschreibung, die für die Integration zu befolgen ist.

ESO-MIDAS wird in erster Linie immer noch von Profiastronomen verwendet; es gibt aber auch vereinzelt ambitionierte Amateurastronomen, die von diesem Toolpaket Gebrauch machen. Der geringe Verbreitungsgrad im Amateurbereich dürfte dem Umstand geschuldet sein, dass die Software nur für UNIX/Linux erhältlich ist.

Der Link zur Homepage lautet: http://www.eso.org/sci/software/esomidas/.