Starry Night Pro 6.2.3

Die Besonderheit von Starry Night liegt in der Tatsache, dass es sich primär als ein Planetariumsprogramm versteht, d.h. die Hauptaufmerksamkeit liegt in der möglichst realistischen Darstellung des Sternenhimmels. Je nach Version und Rechenleistung kann ein fotografisches Bild des gesamten Himmels dargestellt, Lichtverschmutzung naher und entfernter Städte sowie Luftunruhe simuliert und das Zirpen der Grillen eingeblendet werden. Zeitliche Abläufe und Flüge durch das Sonnensystem und durch das Universum können dargestellt und als Filme gespeichert werden.

Das Programm ist voll netter Features, die es ermöglichen, Vorgänge im Sonnensystem anschaulich darzustellen. Zum Beispiel ist wegen den Größenverhältnisse die konstante Lage der Erdachse bei dem Umlauf um die Sonne mit „normalen“ Programmen nur sehr schwer darzustellen. Mit Starry Night ist es möglich, dafür temporär den Erddurchmesser soweit zu vergrößern, dass die Darstellung keine Probleme bereitet.

Trotz dieser, zum Teil sehr überladenen optischen Möglichkeiten bietet das Programm ein reichhaltiger Funktionsumfang, so dass man im Großen und Ganzen alle Aufgaben, die man mit einem Astronomieprogramm bearbeiten möchte, erfüllen kann. Positiv zu vermerken ist die enge Anbindung ans Internet, so dass regelmäßig Bahndaten aktualisiert werden, neue Kometen automatisch in der Liste auftauchen und gegebenenfalls Sterne zur Darstellung nachgeladen werden.

Die Kartendarstellung ist noch nicht optimal. Hier wünscht man sich doch mehr Einflussmöglichkeiten. Zwar kann man die Datendichte, die man auf der Karte visualisieren möchte, frei einstellen, allerdings sind Metadaten, wie Legenden und Beschriftungen nur sehr grob steuerbar.

Ein weiterer Nachteil liegt in der beschränkten Rechengenauigkeit. Sie reicht nicht aus, um (streifende) Sternbedeckungen vernünftig zu planen. Auch ist der Ereignisfinder noch ausbaufähig. Es ist z.B. nicht möglich, Konjunktionen zweier beliebiger Objekte in einem gegebenen Zeitintervall zu bestimmen. da muss man momentan noch auf andere Programme, wie z.B. XEphem, ausweichen. Die Entwickler haben aber schon angekündigt, dass sie an einer Lösung arbeiten. Das gleiche gilt für das rudimentäre Cross-Referencing der verschiedenen Objektdatenbanken sowie die Tabellendarstellung der berechneten Ephemeriden.

Fazit: Dieses Programm ist vor allem dann die erste Wahl, wenn man neben seinen üblichen Tätigkeiten mit einem Astronomieprogramm auch noch für Präsentationen, Publikationen, Schulungen und Öffentlichkeitsarbeiten qualitativ hochwertige Bilder, Grafiken und Animationen generieren möchte.

Bernd Hoffmann

Für eine vergrößerte Darstellung kann über das Kontextmenü/rechte Maustaste -> "Grafik speichern unter" die Grafik heruntergeladen werden.

Himmelsregion um Gamma Cygni, Starry Night 6.2.3.
Himmelsregion um M86, Starry Night 6.2.3.