Einstieg in die Astronomie

Volle Pracht. NGC 2948, Aufnahme von Bernd Flach-Wilken und Volker Wendel mit Pentax SDUF I f4, 3 x 50 min. auf E200 Diafilm Mittelformat, per Registar-Software addiert

Der dunkle gestirnte Himmel hat schon immer die Menschen beschäftigt. Der eine freut sich an der Pracht der vielen Sterne, der andere fragt nach dem Woher und Wohin, und der Dritte fängt an zu beobachten, zu rechnen und zu zählen.

Das Betrachten des Himmels ruft genauso helles Entzücken wie auch tiefe Nachdenklichkeit hervor. Der Sternenhimmel ist eines der größten Naturwunder, dunkel (wenn man nicht in der Nähe heller Städte wohnt), geheimnisvoll und wunderschön anzuschauen.

Tauchen Sie ein in die Welt von Sonne, Mond und Sterne, der Einstieg in die Astronomie fängt mit dem bloßen Auge an!

Erfahrungen nutzen

Die Vereinigung der Sternfreunde ist der größte überregionale Verein von Amateur-Astronomen im deutschsprachigen Raum. Nutzen Sie unser Angebot speziell für Einsteiger. Viele unserer Mitglieder sind gerne bereit, Sie beim Einstieg in dieses faszinierende Hobby zu unterstützen und mit Tipps und Rat zu Seite zu stehen. Eröffnen Sie sich eine neue Dimension. Wenn Sie noch keinen Ansprechpartner im Auge haben, sich aber mit anderen austauschen möchten, können Sie als zentrale Mailadresse einsteiger@vds-astro.de verwenden.

Einsteiger in der VdS

Der Weg eines Urania-Jüngers beginnt oft mit dem Kauf eines Fernrohrs. Wir alle haben wohl in unseren Anfangstagen die Komplexität des Universums und die Tücken der Technik unterschätzt. Ein paar Bücher weiter tritt der eine oder andere in die VdS ein und erwartet dort Hilfe. Diese Förderung von Einsteigern ist ja ganz deutlich Vereinsziel. Wie kann dies (besser) erreicht werden?

Die VdS ist sehr groß, 4.000 Mitglieder. Ein Gemeinschaftsgefühl wie in einem Kegelklub kommt hier nicht von selbst auf. Es existiert auch kein soziales Umfeld im engeren Sinn, wo ein Neuling integriert werden kann. Falls keine Sternwarte in der Nähe liegt, bleibt zunächst nur das VdS-Journal. Die VdS vermag aber viel mehr.

Das Rezept besteht meines Erachtens darin, sich einer Fachgruppe anzuschließen. Dies sind in viel stärkerem Maße "eingeschworene Gemeinschaften" mit einer großen Integrationskraft, auch über räumliche Grenzen hinweg. Außerdem verfolgen diese Fachgruppen oft beobachterische Ziele, an denen jeder vom ersten Tag an teilhaben kann. Die Ergebnisse werden gesammelt, publiziert und nicht selten von Wissenschaftlern international genutzt.

Die astronomische Heimat in der eigenen Fachgruppe, die eigenen kleinen Beobachtungsaufgaben, das Einsenden der Ergebnisse, die Freude an der Publikation: All dies vertieft die Bindung zur Astronomie, zu den Sternfreunden und nicht zuletzt auch zum Beobachten. Die Motivation, sich in die Kälte zu stellen wird vergrößert, wenn ein eigenes Beobachtungsergebnis eine Lücke in einer Tabelle füllt oder einen wichtigen Beitrag leistet.

Ich möchte hier die Fachgruppen hervorheben, in deren Arbeit diesen Prinzipien besonders verankert sind. Außerdem gebe ich Beobachtungsprogramme an, denen sich auch ein Neuling verschreiben kann, zusätzlich zur allgemeinen Astronomie. Diese Programme verlangen durchweg keine großen Geräte, oft genügt ein Fernglas. Dennoch sind bei gründlicher Arbeit vorzeigbare Resultate zu erwarten.

- Fachgruppe Kleine Planeten: Die Beobachtung von Lichtwechseln ist die Grundlage zur Bestimmung der Rotationsperiode. Sternbedeckungen durch Planetoiden werden beobachtet, um die Abmessungen und Form der Kleinkörper angeben zu können.
 
- Arbeitskreis Meteore = Fachgruppe Meteore und Fachgruppe Atmosphärische Erscheinungen: Die Beobachtung von Sternschnuppenströmen trägt zum Wissen über die Kometen bei, denen sie entstammen. neben den Meteoren gibt es eine Vielzahl von atmosphärischen Erscheinungen wie Halos oder Leuchtende Nachtwolken. Viele sind noch nicht gründlich beschrieben. Deshalb werden Bilder dieser Erscheinungen gesammelt und publiziert. Jeder, der einen Fotoapparat besitzt, kann mitmachen - wenn er nur den Blick zum, Himmel richtet.

- Bundesdeutsche Arbeitsgemeinschaft für Veränderliche Sterne: Veränderliche Sterne bergen viele Mysterien. Einfach durch Helligkeitsschätzungen können erstaunliche Tatsachen ans Licht(!) gefördert werden. Geeignete Sterne gibt es für jedes Instrument und jeden Standort.

- Fachgruppe Sonne: Die Beobachtung der Sonnenflecken erfordert nur kleine Instrumente. Die Sonnenfleckenzahlen werden seit über 100 Jahren international gesammelt. Jeder Sternfreund kann hier mitwirken. Auch die sehr faszinierende H-alpha-Beobachtung ist inzwischen erschwinglich.

- Fachgruppe Kometen: Helle Kometen sind viel beachtete Erscheinungen am Himmel. Ihre ungewöhnliche Form und ihr unvermitteltes Auftauchen ist Ursache ihrer Faszination. Kometenbeobachter schätzen die Helligkeit der Kometen mit Vergleichssternen und bestimmen zusätzliche Werte wie die Schweiflänge. Diese Werte werden gesammelt und ausgewertet. Sie erlauben Rückschlüsse auf die Natur der beobachteten Schweifsterne. Auch hier ist die Mitarbeit nicht an große Instrumente gebunden, eher schon an einen brauchbar dunklen Himmel.

- Fachgruppe Planeten: Die großen Körper des Sonnensystems sind auch mit kleinen Instrumenten leicht zu erreichen und üben einen starken Reiz aus. Zumindest Mars, Jupiter und Saturn zeigen wechselnde Strukturen: Die Wettererscheinungen auf dem Mars und die atmosphärischen Eigenheiten der Gasplaneten. Leider publiziert diese Fachgruppe auf ihrer Internetseite keine Beobachtungsaufrufe und Ergebnisse. Das Arbeitsgebiet ist jedoch so wichtig und zugleich leicht erreichbar, dass ich dies bedauere.

- Fachgruppe Deep Sky: Dei fotografischen Aufnahmen der Nebelobjekte sind sehr attraktiv, der Weg zu eindrucksvollen Beobachtungen jedoch steinig (aber lohnend!). Die Fachgruppe befindet sich in Aufbruchstimmung, wovon auch Neulinge profitieren sollten! Es laufen stets gemeinsame Beobachtungsprogramme, deren Ergebnisse publiziert werden.

Die genannten Fachgruppen sind direkt in der Beobachtung verwurzelt, der Blick durch das Fernrohr steht im Zentrum. Deshalb sind sie für Anfänger wohl besonders anziehend, weil dies wohl die Vorstellung eines Astronomen-Neulings ist: Mit eigenen Augen oder dem eigenen Fotoapparat den Geheimnissen des Universums nachzuspüren.

Auch die anderen Gruppen mögen für Astro-Jünger ihre Anziehungskraft haben, voran die beiden Foto-Gruppen "Astrofotografie" und "CCD-Technik". Der Weg vom Beginn bis zum ersten befriedigenden Resultat wird hier durch die vielfältigen Probleme mit der Technik erschwert. All dies meistert sich leichter in der Gemeinschaft.

Viel Erfolg und klaren Himmel.

Euer Uwe Pilz