Fernrohre und gängige Bauarten

Astronomie ist untrennbar mit Fernrohren verbunden, wenn auch die Beobachtung des Himmels mit bloßem Auge oder auch mit dem Feldstecher seinen Reiz hat.

Gerade die Beobachtung ohne Hilfsmittel schult die Kenntnis der Sternbilder, aber auch die Fernglas-Beobachtung vermittelt einen tiefen Einblick in die Milchstraße.

Prinzipiell sind Linsen- und Spiegelteleskope (Refraktoren und Reflektoren) zu unterscheiden. Es ist eine uralte Streitfrage, welches der beiden Typen für den Amateur geeigneter ist. Ganz allgemein lässt sich sagen, dass Spiegel preiswerter herzustellen sind als Linsen.

Man bekommt im Vergleich zu Linsen ungefähr für das gleiche Geld einen doppelt so großen Spiegel.

Das bedeutet aber nicht zwingend, dass dadurch das Auflösungsvermögen größer wird. Allerdings ist die Lichtstärke eines doppelt so großen Spiegels größer als bei der einfach großen Linse.

Die Handhabung ist beim Linsenteleskop einfacher als beim Spiegelteleskop vom Typ Newton. Auch das Kontrastverhalten ist beim Refraktor besser als beim Reflektor der doppelten Größe.

Ein Fernrohr wird nicht nach Vergrößerung oder Brennweite beurteilt, sondern nach seiner Öffnung und der Stabilität. Das bedeutet, bei einem Fernrohr ist die Montierung genauso wichtig wie die Optik

Schematische Darstellung des Strahlengangs eines Refraktors

Refraktor

Ein Refraktor ist ein Linsenfernrohr, das man heute als Zweilinser (Achromat) oder Dreilinser (Apochromat) im Einsatz findet.

Es werden Linsen aus verschiedenen Gläsern verwendet, um Farbfehler (chromatische Abberation) zu vermeiden.

Beim Dreilinser müssen 6 Flächen geschliffen und poliert werden im Gegensatz zum Hauptspiegel beim Spiegelteleskop (nur 1 Fläche) . Dadurch wird es sehr viel teuerer.

Die Herstellung wird umso schwieriger, je größer der Linsendurchmesser gewählt wird.

Ein Refraktor liefert ein kontrastreiches Bild, vor allem bei der Beobachtung von Mond, Planeten und Sonne.

Da die Brennweite der Baulänge entspricht, ist eine aufwändige Montierung nötig. Der Gesamtpreis erhöht sich entsprechend.

Schematische Darstellung des Strahlengangs eines Newton-Spiegelteleskops

Newton-Spiegel

Der parabolisch geformte Hauptspiegel lässt sich relativ leicht herstellen.

Der Sekundärspiegel (Fangspiegel) befindet sich kurz vor dem Primärfokus. Das Licht wird seitlich ausgelenkt, wie die Skizze zeigt.

Diesen Fernrohrtyp findet man sehr häufig, da er auch von Amateuren ohne größere Schwierigkeiten angefertigt werden kann.

Im Gegensatz zum Schmidt-Cassegrain treten hier durch den größeren Fangspiegel Kontrastverluste auf.

Der Newton-Spiegel wird oft in der Dobson-Bauform ausgeführt. Es handelt sich hierbei um einen schwenkbaren Holzkasten, der als Montierung dient.

Dadurch ist zwar keine Nachführung möglich, aber das Gerät ist schnell aufstellbar, leicht zu transportieren und kostengünstig.

Einsatz findet es vor allem bei lichtschwachen Objekten, da hier große Öffnungen gefragt sind, um viel Licht einfangen zu können.

Die Gesamtkonstruktion ist auch bei großen Spiegeldurchmessern noch erschwinglich.

 

Schematische Darstellung des Strahlengangs eines Schmidt-Cassegrain-Teleskops

Schmidt-Cassegrain

Bei einem Fernrohr vom Typ Schmidt-Cassegrain ist der Hauptspiegel in der Mitte durchbohrt. In der Skizze ist dies auf der rechten Seite deutlich zu erkennen.

Der Sekundärspiegel (Fangspiegel) wird in der Schmidtplatte befestigt. Durch den relativ kleinen Sekundärspiegel ergibt sich ein hoher Kontrast.

Die Schmidtplatte (Korrektionsplatte) wiederum dient der Korrektur von Bildfehlern, die außerhalb der Bildmitte auftreten.

Das Schmidt-Cassegrain-Teleskop ist durch die Firmen Celestron und Meade bekannt geworden.

Selbst bei hohen Brennweiten und großen Spiegeldurchmessern sind diese Teleskope noch zu einem erschwinglichen Preis zu haben.

Ein nicht zu unterschätzender Vorteil ist die  leichte (und kurze) Bauweise, die den Einsatz relativ leichter Montierungen zum Nachführen ermöglicht.