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Der gestirnte Himmel, der auf den ersten Blick mehr oder minder gleichförmig mit Sternen übersät ist, wartet trotz dieses Eindrucks mit einer ganzen Reihe unterschiedlicher Himmelskörper auf, die sich, zumindest im Fernrohr, schon auf Grund einfacher Kennzeichen gut unterscheiden lassen. Alle diese Objekte sind in der Tabelle unten (Spalten 1 und 2) aufgelistet. Die dritte Spalte beschreibt allgemein ihr Aussehen - und hier ist die erste Erklärung nötig. Manche dieser Objekte, z. B. Satelliten, Kleinplaneten oder Sterne, erscheinen selbst im Fernrohr punktförmig, lassen sich also nicht vergrößern, während andere (Sonne, Planeten, Nebel...) als flächige oder scheibenförmige Gebilde zu sehen sind. Der Grund für diese Erscheinungsformen liegt zum einen in der wahren Größe dieser Himmelskörper, zum anderen in ihrer Entfernung.
Allgemein gilt: Je kleiner ein Objekt ist und umso weiter es entfernt steht, desto kleiner erscheint es auch. Künstliche Satelliten, die die Erde umkreisen, sind verglichen mit ihrer Entfernung (mindestens einige 100 km) sehr klein und daher selbst im Fernrohr in aller Regel nur als Punkte sichtbar. Planeten durchmessen mindestens einige 1000 km und sind nicht allzu weit von uns entfernt: etliche 100 Millionen bis einige Milliarden Kilometer; gleiches gilt auch für leuchtende Kometen. Diese Himmelskörper erscheinen daher als scharf abgegrenzte Scheibchen oder (im Falle der Kometen) als unscharfe, neblige Wölkchen. Kleinplaneten sind, wie der Name schon nahe legt, zu klein (höchstens einige 100 km) und zu weit weg, aber immer noch in unserem Sonnensystem, als dass wir sie anders als punktförmig sehen könnten.
Sterne sind Himmelskörper wie unsere Sonne: glühende Gasbälle von enormem Durchmesser, der meist eine Million Kilometer übersteigt. Während die Sonne schon für das (geschützte) bloße Auge unzweifelhaft als Scheibe erscheint, also Fläche besitzt, ist das bei den Sternen nicht der Fall; sie sind und bleiben selbst in großen Fernrohren leuchtende Punkte. Wir können somit sofort schließen, dass Sterne sehr weit von uns entfernt stehen müssen.
Bei den sogenannten "Deep Sky Objects" unterscheiden wir zwischen Sternhaufen, Nebeln und Galaxien. Erstere sind nichts anderes als Ansammlungen von Sternen, die aber aufgrund großer Dichte und/oder Entfernung manchmal nicht als solche unmittelbar zu erkennen sind, sondern eher als milchiger, verwaschener Fleck erscheinen. Die Nebel im eigentlichen Sinne hingegen bestehen aus Gas und Staub; diese besonders reizvollen Gebilde finden sich hauptsächlich in der Ebene des Milchstraßenbandes und sind, wie auch Sternhaufen, relativ groß: ihre Durchmesser sind kaum geringer als 1 pc, meist zehn- bis hundertmal so groß. Dies erklärt auch, warum sie trotz enormer Entfernungen als Fläche erscheinen.
Dies tun ebenso die Galaxien, welche eigene Milchstraßensysteme aus vielen Milliarden Sternen darstellen.
Betrachten wir nun die "Ortstreue" all dieser Objekte. Einige von ihnen bewegen sich am Himmel, andere offenbar nicht. Zu den ersteren gehören u. a. die Planeten, die deshalb auch Wandelsterne genannt werden, zu den letzteren zählen die Sterne im eigentlichen Sinne, die fixstehenden, die Fixsterne. Nun ist aber alles im Weltall in Bewegung, ja es hat auch schon Überlegungen gegeben, ob nicht das gesamte Weltall als solches rotiert. Da sich die Bewegungsgeschwindigkeit der Himmelskörper scheinbar stark unterscheidet, lässt dies nur den Schluss zu, dass sie in sehr unterschiedlicher Entfernung von uns stehen müssen, sehen wir von tatsächlich verschiedenen Eigenbewegungen einmal ab. Hier gilt also der Grundsatz: Je weiter weg, desto langsamer die scheinbare Bewegung. Befinden sich die Objekte im Sonnensystem, heißt das, dass sie astronomisch gesehen "nahe" sind und sich daher deutlich am Himmel innerhalb von Sekunden (Sternschnuppen, Satelliten) bis Stunden, Tagen und Wochen bewegen. Aufgrund der großen Entfernungen der Sterne, und gar der anderen Galaxien, verwundert es somit nicht, dass solche (scheinbar fixstehenden Objekte) sich erst nach sehr langen Zeiträumen, in Jahrhunderten und Jahrtausenden, durch eine deutliche Ortsveränderung auszeichnen; deshalb wird auch nach unserem Ableben der Große Wagen noch als solcher am Himmel stehen, aber nicht mehr in hunderttausend Jahren - da haben sich die Sterne um ein ganzes Stück in unterschiedliche Richtungen verschoben.
Wir sehen, dass alleine aufgrund der allgemeinen Erscheinung der Himmelskörper im Fernrohr schon einige qualitative Aussagen über Größe und Entfernung dieser Objekte möglich sind!
Tabelle 1: Übersichtstabelle zum Erscheinungsbild der Himmelsobjekte
Objekte | Andere Bezeichnung | Allgemeine Kennzeichen |
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Aussehen im Fernrohr | Ortsveränderung | |||||
Meteore | Sternschnuppen | (meist strichförmige) Leuchtspur | Sehr schnell, erlischt innerhalb von Sekunden | S | |
D |
Künstliche |
| punktförmig, ISS flächig | Bewegen sich innerhalb von vielen Sekunden bis Minuten über den Himmel | |||
Sonne |
| Flächig | Innerhalb eines oder mehrerer Tage deutlich erkennbar | |||
Kometen | Schweifsterne | Flächig (neblig-diffus, keine klar abgegrenzte Struktur, Schweif | Innerhalb eines oder mehrerer Tage deutlich erkennbar | |||
Kleinplaneten | Planetoiden | Punktförmig | Innerhalb eines oder mehrerer Tage deutlich erkennbar | |||
Sterne | Fixsterne | Stets punktförmig, einzeln, doppelt, mehrfach | Nur nach sehr langer Zeit (Jahrhunderte) deutlich sichtbar |
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Sternhaufen | „Deep Sky Objects“ | Mehr oder weniger dichte Ansammlung von Sternen | Nur nach sehr langer Zeit (Jahrhunderte) deutlich sichtbar | |||
„Nebel“ a) Entfernte Sternhaufen | „Deep Sky Objects“ | Flächig (neblig-diffus) | Nur nach sehr langer Zeit (Jahrhunderte) deutlich sichtbar | |||
b) Gas- und Staubwolken | Interstellare Materie |
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c) Ferne Milchstraßen-systeme | Galaxien |
| Praktisch nicht erkennbar |
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Quasare |
| punktförmig | Praktisch nicht erkennbar | |||
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