Tips zum Programmieren

 

Es gibt ein paar Dinge, mit denen man sich beim Programmieren das Leben um einiges erleichtern kann. Die aufgeführten Punkte sind zum großen Teil Erfahrungswerte, die aus diversen Softwareprojekten hervorgegangen sind.

•    Es ist sehr hilfreich, sich vor dem Schreiben der ersten Programmcodezeile Gedanken über den Funktionsumfang und die Gestaltung des Programms (Stichwort: Softwarearchitektur) zu machen, insbesondere wenn es sich um ein Tool mit mehr als ein paar hundert Zeilen Code handelt. Auf diesem Wege verringert man die Gefahr, sich die Erweiterbarkeit und Wartbarkeit des Programms zu verbauen. Außerdem wird das Programm effizienter und man bekommt ein besseres Gefühl für den zu erwartenden zeitlichen Aufwand.

•    Die Frage, was das Programm leisten und welchen Funktionsumfang es besitzen soll, ist wichtiger einzuordnen als die Frage nach der zu verwendenden Programmiersprache, dem Betriebssystem oder der Plattformunabhängigkeit.

•    Berechnungen und Programmlogik sollten im Quelltext möglichst gut von der Darstellung der Daten und dem Einlesen von Eingaben getrennt werden. Auf diesem Wege gewinnt das Programm eine gute Struktur und zahlreiche Fehler und Nachteile werden von vornherein vermieden.

•    Wenn das Programm veröffentlicht werden soll: Anwender sind einfallsreich, was die Benutzung des Programm angeht. Man wird dies niemals vorher abschätzen können. Programmieren Sie so flexibel wie möglich. Vermeiden Sie willkürliche Beschränkungen der Feldgrößen oder der Anzahl von Datensätzen. Man solle niemals davon ausgehen, daß der Anwender genau weiß, was er tut. Es gibt zahlreiche Variationen der Reihenfolge, in der die Programmfunktionen ausgeführt werden. Sichern Sie Ihr Programm so gut es geht gegen Fehlbedienungen ab (aussagekräftige Fehlermeldungen) – umso mehr, je mehr Einzelschritte für die Programmbenutzung erforderlich sind.

•    Quelltexte sollten stets mit aussagekräftigen Kommentaren versehen werden.

•    Die Begriffe, die im Programmcode verwendet werden, sollten eindeutig und unmissverständlich sein. Abkürzungen sollten vermieden werden, sofern sie nicht gängig sind. Die Nomenklatur sollte eindeutig sein: ein Gegenstand sollte nicht mit mehreren Begriffen bezeichnet werden (z.B. „Hauptspeicher“ und „RAM“) und ein Begriff sollte nicht verschiedene Gegenstände bezeichnen (z.B. „Objekt“). Allerweltsbegriffe sollten vermieden werden (z.B. „Daten“, „Parameter“, „Name“, „Calculate“), stattdessen sollten sie näher bezeichnet werden (z.B. „File name“, „Calculate orbit“). Entsprechend konsequent sollten die Begriffe verwendet werden.

•    Es kann sinnvoll sein, ein Glossar der verwendeten Fachbegriffe anzulegen; auch um die Eindeutigkeit der Begriffe zu untermauern.

•    Für mathematische Verfahren sind zahlreiche Bibliotheken verfügbar (z.B. BOOST). Die Einarbeitung in die Benutzung fremden Codes ist unter Programmierern zwar unbeliebt, jedoch ist in vielen Fällen deutlich weniger Zeit aufzuwenden, als wenn mathematische Routinen selbst programmiert und fehlerbereinigt werden müssen.

•    Debugging: Fehler kommen beim Entwickeln nun mal vor, weshalb die meisten Entwicklungsumgebungen mit einem Debugger daherkommen. Dieser ermöglicht es, ein Programm Schritt für Schritt durchzugehen, um den fehlerhaften Programmcode zu finden. Debugger haben sich als ein außerordentlich hilfreiche Tools erwiesen, weshalb wir unbedingt empfehlen, sich damit vertraut zu machen.

 

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