Die ersten Schritte – Sprache und Programmiertools

 

Sprachen

Es wurde oben bereits erwähnt, daß die Wahl der Entwicklungsumgebung bzw. der Programmiersprache weniger wichtig zu nehmen ist als das Ziel, das man vor Augen hat, nämlich das fertige Programm. Dennoch kommt man schon bald an diesen Punkt: nach welchen Kriterien sollte die Programmiersprache bzw. die Entwicklungsumgebung ausgewählt werden?

Eigentlich ist die Wahl der Sprache (fast) egal. Man kann die Auswahl mit einigen Aspekten verknüpfen, von denen hier einige genannt sind:

•    Aktualität: eine Entwicklungsumgebung sollte eine für die Aufgabe ausreichende Leistungsmerkmale besitzen und zugleich aktuell sein. Von älteren Sprachen (Fortran, Cobol) ist abzuraten. Das gleiche gilt für Exoten, da Dokumentation meist Mangelware ist.

•    Vorkenntnisse: wenn man bereits über Kenntnisse im Umgang mit einer Programmiersprache verfügt, z.B. aus dem Informatikunterricht, so kann man diese Sprache (oder ihre Nachfolger) weiter nutzen, da der Einarbeitungsaufwand am geringsten sein wird.

•    Industriestandards: möchte man eine Programmiersprache auch aus beruflichen Gründen oder für das Studium erlernen, so kann man eine der Sprachen aus der professionellen Softwareentwicklung auswählen. Welche das sind, kann man leicht aus den Stellenanzeigen ersehen.

 

Tools

Die beste Programmiersprache, die schier alles kann, gibt es nicht. Stattdessen gibt es ein ganzes Bündel verschiedener Sprachen mit teils unterschiedlichen Ansätzen. Diese Sprachen haben durchaus ihre Berechtigung und zudem eine überzeugte Anhängerschaft. Eine kleine Übersicht soll hier gegeben werden.

•    MS Visual Studio ist eine integrierte Entwicklungsumgebung für Windows und unterstützt die Sprachen Visual Basic, C# und C++. Eine Express-Variante mit eingeschränktem Leistungsumfang ist kostenlos im Netz verfügbar. Für die Anwendungsentwicklung ist diese aber vollkommen ausreichend. Das Visual Studio ist in der professionellen Softwareentwicklung für Windows weitverbreitet.

•    Delphi ist eine auf Pascal basierende objektorientierte Sprache für Windows. Die zum Herunterladen freigegebene Explorer-Version von Turbo Delphi ist im Funktionsumfang geringfügig eingeschränkt. Delphi richtet sich primär an Hobbyprogrammierer und ist eine gute Wahl für Wiedereinsteiger mit Pascal-Kenntnissen. Eine Variante namens Turbo C++ ist ebenfalls erhältlich.

•    JavaScript (nicht zu verwechseln mit Java) erlaubt es, Anwendungen im Browser ablaufen zu lassen. Dies ist eine besonders unkomplizierte Form des Softwarevertriebs: das Herunterladen und die Installation der Anwendung und der damit verbundene Vertrauensvorschuß des Benutzers entfallen. Mit dieser Philosophie folgt JavaScript dem gegenwärtigen Trend zu webbasierten Anwendungen (s. z.B. Google Office).

•    Die GNU Compiler Collection (gcc) ist eine Sammlung freier Compiler des GNU-Projekts, die es gleich für mehrere Programmiersprachen gibt (u.a. C, C++ und Java). gcc liegt für mehrere Betriebssysteme (Linux, diverse Unix-Derivate, Windows) vor. Mit dem gcc ist außerdem das Crosscompilieren für andere Plattformen möglich.

•    Java ist eine Programmiersprache, deren Anwendungen auf allen Plattformen (Windows, Linux und Unix) mit Java-Interpretern lauffähig sind. Die Java-Laufzeitumgebung kann frei von der Sun-Homepage heruntergeladen werden. Java hat ähnlich wie C++ den Scheitelpunkt in seiner Bedeutung für die Informationstechnologie bereits überschritten, ist aber immer noch sehr verbreitet und wird dies voraussichtlich noch lange bleiben.

•    Eclipse ist eine weitverbreitete integrierte Entwicklungsumgebung. Sie vereinigt die Steuerung aller Prozesse, welche die Programmierung begleiten, wie z.B. das Editieren, Compilieren, Debuggen oder die Navigation im Quelltext. Obwohl Eclipse für Java prädestiniert ist, gibt es auch Erweiterungen für andere Programmiersprachen.

•    Scilab ist ein freies Softwarepaket zur numerischen Mathematik, welches neben zahlreichen mathematischen Funktionen eine Programmierschnittstelle bietet. Der Vorteil liegt auf der Hand: die Programmierung komplexer mathematischer Routinen in Eigenregie entfällt.

 

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